|
Zahlreiche Gedichte, Geschichten und Legenden, sowie ein vielgestaltiger Aberglaube ranken sich um die Töchter Satuarias, und vieles davon entspricht tatsächlich der Wahrheit. Der Durchschnittsaventurier ist allerdings weder übermäßig gebildet, noch kennt er viel mehr vom Land als sein eigenes Dorf, und so kann er sich nur auf das berufen, was er von einem Geschichtenerzähler oder einem wandernden Priester gehört hat. Vielerorts verlässt man sich auf die Aussagen der gebildeten und weitgereisten Priester. Im Allgemeinen fürchtet das Volk die Hexen. Besonders die alten Menschen denen die Geschehnisse der Priesterkaiserzeit noch gut bekannt sind, teilen die Ansichten der damals herrschenden Priester. (siehe unten). In ihren Augen sind Hexen ein großes und gefährliches Übel. Sie werden für grundsätzlich böse und unberechenbar gehalten. Viele Bauern kennen sie außerdem als Ursache für verdorrte Felder, schlimme Hagelstürme und verkrüppeltes Vieh, denn diese Phänomene hatten die Priester schon damals immer auf die Hexen geschoben um einen Grund für die Verurteilung zu haben. Besonders in den ländlichen Gebieten hatte die Zeit der Priesterkaiser einen großen Einfluss auf die Vorstellung der Menschen über Hexen und viele Vorurteile stammen noch aus dieser Zeit. So stellen sich viele Menschen die Töchter Satuarias immer noch als hässliche, bucklige alte Weiber mit Warzen auf der Hakennase vor, die nachts mit ihren schwarzen Katzen in die Dörfer einfallen. Auch dieses Bild der Hexen stammt aus den Verdammungsschriften und Bilderbüchern der fanatischen Verfolger.
In den städtischen Gebieten in denen die Menschen gebildeter sind und sich von der düsteren Zeit erholt haben, wo Akademien und Gelehrte Aufklärungsarbeit geleistet haben, da können die Töchter Satuarias jedoch wieder ungestört unter den Menschen leben. Hier weiß man die Hexen als fähige Heilerinnen zu schätzen. Das Volk glaubt hier außerdem, dass die Hexen in der Lage seien in die Zukunft zu sehen und die Fäden des Schicksals zu beeinflussen. Viele zieht es daher auf den Jahrmärkten in die Zelte der fahrenden Gemeinschaft, um für gutes Geld einen Blick in die Zukunft zu erhaschen oder um Rat zu fragen. Auch die alchimistischen Fähigkeiten der Hexen sind in den Städten ab und an gefragt. Wenn der gelehrte Medicus kein Heilmittel für den Liebsten mehr kennt, so ist vielleicht eine Tochter Satuarias die letzte Hoffnung der Städter. Es heißt außerdem, dass die Hexen sich gut auf die Herstellung von Liebeselixieren und Schönheitstränken verstehen, so dass sie auch in den höheren Schichten der Gesellschaft Kundinnen finden.
Während der Zeit der Priesterkaiser (von 335 bis 465 BF) wurden Magiebegabte die sich nicht als Abgänger einer renommierten Akademie ausweisen konnten regelrecht gejagt und erbarmungslos auf den Scheiterhaufen verbrannt. Ausgegangen war die Verfolgung von der Kirche des Sonnengottes Praios. Insbesondere der Orden vom Bannstrahl und die heilige Inquisition haben sich in dieser Zeit große Verbrechen zu schulden kommen lassen. Die öffentliche Hinrichtung der Hexen hat auch das Volk gegen die Frauen aufgebracht und ihre Angst und den Aberglauben weiter geschürt. Dies führte dazu, dass die Menschen misstrauischer gegenüber ihren Mitmenschen wurden und sie bei den Priestern anschwärzten wenn sie glaubten, ein magisches Phänomen beobachtet zu haben. Schnell stellten sie fest, dass man ungeliebte Frauen auf diese Weise schnell loswerden konnte, und viele von ihnen nutzten die Gelegenheit... War eine Frau erst einmal angeklagt, so kam dies einem Todesurteil gleich. Die Priesterschaft gab sich reichlich wenig Mühe festzustellen ob es sich tatsächlich um eine Hexe handelte oder nicht. Die Befragungsmethoden und Rituale zur Wahrheitsfindung waren brutal und ungerecht. Eine Chance zu entkommen oder seine Unschuld zu beweisen gab es nicht. Dies führte zu zahlreichen unschuldigen Opfern, meist weiblichen Geschlechts, aber auch einige Magiedillettanten, Kräuterkundige und Krüppel mussten in dieser Zeit ihr Leben lassen.
Unter den Priesterkaisern hatte jedoch auch das einfache Volk zu leiden. Es zahlte hohe Steuern und litt dennoch unter Hunger, während die Prunkbauten der Kirche immer weiter wuchsen. Schließlich kam es zum Volksaufstand und dem Fall der Priesterkaiser. Rohal der Weise erlangte den Thron und erließ ein Edikt zur offiziellen Abschaffung der Inquisition. In heutiger Zeit reicht eine Anklage allein nicht mehr für eine Verurteilung, so dass viele Töchter aufatmen und ein sichereres Leben führen können.
|