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Einige Aventurier, wie etwa die schicksalsergebenen Thorwaler, glauben an eine vorgegebene Struktur ihres Lebens. Die meisten von ihnen ergeben sich in ihr Schicksal wenn es sich ihnen offenbart. Andere Menschen glauben daran, dass nur die Götter die Zukunft beeinflussen, und nur die Tüchtigen mit Erfolg, Glück und Wohlstand beschenken. Wieder andere nehmen sich die Freiheit zu glauben, dass sie selbst ihr Schicksal beeinflussen können, und Niemand sonst entscheiden oder wissen kann, was die Zukunft bringen wird. In der Tat ist es kaum einem Aventurier möglich, einen Blick in die Zukunft zu werfen, auch wenn sich schon viele daran versucht haben.
Die Wahrsagerei wird in Aventurien von fast allen Völkern betrieben, wobei die Methoden mehr als unterschiedlich - und fragwürdig - sind. Bei den meisten Wahrsagern handelt es sich schlicht und ergreifend um Scharlatane, die mit ihren erdachten Zukunftsaussichten das Geld aus den Säckeln ihrer Kunden ziehen und die Stadt verlassen haben, noch ehe der Betrogene merkt, dass ihm eine völlig andere Zukunft bestimmt ist. Betrachten wir im Folgenden einige verschiedene Methoden der einzelnen Völker.
Hoch im Norden, etwa bei den Thorwalern und Gjalkarländern, ist das Werfen von Runensteinen bekannt. Die Schamanen der Waldmenschen und der Goblins kennen diese Form der Voraussage ebenfalls. Sie nutzen verschiedene Knochen für ihre Rituale. Anhand der zufällig getroffenen Auswahl an Steinen oder Knochen, sowie dem Muster der gefallenen Stücke und der sichtbaren Runen lassen sich angeblich Hinweise auf die Zukunft erkennen. Ebenfalls aus dem hohen Norden bekannt sind die Windorakel. Häufig werden bei diesen Völkern Schicksalsgötter und / oder Geister mit in die Rituale eingebunden. Man glaubt fest daran, dass diese mitverantwortlich sind und durch bestimmte Mittel milde gestimmt werden können. Eine weitere bekannte Art der Wahrsagerei die insbesondere bei den Menschen im Mittelreich bekannt ist, ist das Deuten der feinen Linien der Hände. Jeder Linie wird dabei eine bestimmte Bedeutung für das Leben zugeordnet, so dass der Verlauf einer jeden Kurve nach oben oder unten als ein entsprechender Glücks,- oder Pechfall im Leben bewertet werden kann. Eng an den Aberglauben der ländlichen Bevölkerung geknüpft ist das Deuten des Vogelflugs. Hier beobachten Seher tagelang den Flug der Vögel. Je nach Vogelart, Flugrichtung, Flughöhe und Fluggeschwindigkeit werden dann Rückschlüsse auf kommende Ereignisse gezogen, die häufig auch mit der Religion in Zusammenhang stehen. So bedeutet das Auftauchen zahlreicher Rabenvögel doch stets den bevorstehenden Tod mehrerer Menschen. Das beobachten der Zukunft in einer Kristallkugel gehört schon zu den höheren Disziplinen der Wahrsagerei und kommt eigentlich nur bei magiebegabten Wahrsagern vor die in der Lage sind, dem Fragenden auch Bilder seiner Zukunft vorzugaukeln. Insbesondere wird diese Methode also bei Scharlatanen auf den verschiedenen Jahrmärkten vorkommen. Die Tulamiden weiter im Süden kennen eine Form der Vorhersage durch Beurteilung der Augen des Gegenübers. Anhand vom Verlauf von Äderchen, der individuellen Zeichnung der Iris und den Fältchen des Lids, lassen sich Rückschlüsse auf Charakter und Zukunft einer Person ziehen. Ebenfalls aus dem Süden stammt die Trankdeuterei, die die Zukunft in den in einem Trinkgefäß verbliebenen Resten von Tee oder Weingewürz deuten können will. Das Deuten von Träumen und Visionen haben sich insbesondere die Diener des Totengottes Boron zur Aufgabe gemacht. Sie nehmen teilweise gezielt Rauschkräuter ein, um einen Blick auf ihre eigene Zukunft werfen zu können. Nur wer dem Herrn des Todes und des Schlafes nahe ist, kann in ihren Augen darauf hoffen, einen Blick auf die für ihn bestimmte Zukunft zu erhaschen. Das der ein oder andere bei diesen Aktionen dem Herrn zu nahe kam und den Weg über das Nirgendmeer vorzeitig antrat, wird meistens verschwiegen. Eine letzte, in Aventurien insgesamt sehr häufig vorkommende Variante der Wahrsagerei, ist das Legen der Inrah-Karten. Jede Karte hat ihren ganz eigenen Charakter und kann, ja nachdem an welcher Stelle im gelegten Muster sie auftritt, verschiedenen Bedeutungen haben. Das Kartenlegen gilt als recht kompliziert und ist fast schon eine Wissenschaft für sich.
Neben der ganzen Scharlatanerie darf natürlich nicht vergessen werden, dass einige wenige Aventurier - gleich welcher Rasse - tatsächlich von den Göttern mit der Gabe der Prophetie gesegnet wurden. Darunter befinden sich auch einige Töchter Satuarias, weshalb wir dieses Thema hier ausführlicher behandeln. Die meisten Hexen die diese Gabe besitzen gehören folglich der Schwesternschaft der “Seherinnen von Heute und Morgen” an. Einige wenige sind aber auch Mitglied der “Fahrenden Gemeinschaft” und haben schon viel Erfahrung mit sehr verschiedenen Völkern und deren Sorgen und Freuden gemacht. Bei der Wahl der Methode, entscheiden sich die meisten Töchter Satuarias für die Kristallkugel, den Vogelflug oder das Kartenlegen.
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